Illustration und Fotografie

fünf außergewöhnliche Bildbände über Hunde

Was haben Hundehasser, Hippietypen und Heldenhunde gemeinsam? Sie haben eine ganz eigene Sicht auf die Dinge. Und manch einer von ihnen hat darüber ein Buch geschrieben. In diesem Artikel stelle ich euch fünf Bildbände über Hunde vor. Die Schätze meines Bücherregals.

 

Maddie on Things

A super serious project about dogs and physics

So lautet der englische Titel des Bildbandes. Die deutsche Version heißt Maddie obenauf – eine verblüffende Reise auf vier Pfoten. Durch seine außergewöhnlichen Landschafts- und Hundefotos ist der Fotograf Theron Humphrey mittlerweile weltweit bekannt.

bildbände über hunde Fotografie Illustration und Hund_5 Bücher die man kennen muss

 

Hauptdarstellerin ist seine Hündin Maddie, ein Coonhound. Und wohl der tiefenentspannteste Hund Amerikas. Der Titel des Buches ist Programm: auf 148 zauberhaften Fotos zeigt Maddie, dass sie auf wirklich allem herumbalancieren kann. Auf Baumstämmen, in Supermarktregalen, auf Dinosauriern und dem Rollator einer alten Dame – die Liste lässt sich unendlich weiterführen.

 

I picked up Maddie and put her on the roof. She just stood there and smiled at me. Good things seem to start that way. You know, small.

aus dem Vorwort von “Maddie on Things” (2012), Theron Humphrey

Mit den Fotos erzählt Humphrey die Geschichte seiner Reise durch Amerika. Eines Tages kündigte er seinen Job, verließ seine Wohnung und startete einen Roadtrip. “I wasn’t living a good story.”, schreibt er im Vorwort von Maddie on Things. Zusammen mit seinem Hund tauschte er das planbare, abgesicherte Leben gegen das Abenteuer. Und wagte damit das, wovon viele von uns träumen.

 

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Mehr über Theron Humphrey, seine fotografische Arbeit und Maddie findet ihr auf This Wild Idea.

 

 

Der Hund als Untergebener

Bissiges über Hunde und ihre Halter

Als “prominentester Hundehasser unter den Schriftstellern”, so wird Kurt Tucholsky beschrieben. Mit der ihm eigenen satirischen Art zu erzählen, schrieb er auch über Hunde.

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Der Hund als Untergebener – Bissiges über Hunde und ihre Halter – der Name ist Programm. Wer aufgrund des Alters der Texte jetzt fürchtet, die wären staubtrocken und langweilig, der liegt sowas von falsch. Die Erzählungen über das Leben mit Hunden halten einem den Spiegel vor, sind teils wirklich bitterböse und dabei vor allen Dingen eins: sehr, sehr komisch.

Aufwändig illustriert ist das Ganze von dem Grafiker Klaus Ensikat.

 

Magst du den Hund? Ich auch nicht.

aus “Brief an einen Kater” (1927), Kurt Tucholsky

 

Historisch interessant sind die Einblicke in den Alltag mit Hund. Als außenstehender Beobachter schildert Tucholsky die Lebensbedingungen der Vierbeiner seiner Zeit. Er berichtet von Blindenhunden, deren Training “ohne kleine Klapse nicht abläuft”, von angeketteten Hunden und von verwöhnten Fiffies, die ihr Futter im schicken Restaurant serviert bekommen.

 

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Das Buch ist 2013 im Verlag Officina Ludi erschienen.

 

 

Kein Strich zu viel

65 Jahre Peanuts

Ihr kennt sie alle – die Peanuts!

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Kein Strich zuviel ist jedoch nicht etwa ein weiterer Comic von Snoopys Erschaffer Charles M. Schulz. Sondern ein Sammelband voller Hintergrundinformationen und unveröffentlichter Zeichnungen.

 

When you want to pay a dog the highest possible compliment, what do you say? You say he’s almost human, that’s what you say!

Charlie Brown zu Snoopy in “Developing a Comic Strip”(1959), Charles Schulz

Es ist eine Art Behind the Scenes für Peanut-Fans. Der Autor Chipp Kidd lädt zusammen mit dem Fotografen Geoff Spear zur Zeitreise ein. Die beginnt in den 50er Jahren in Amerika. Übrigens: der  bekannte Beagle Snoopy stieß erst 1960 dazu, wusstet ihr das? Trotz massig Infos ist das Buch keine schwere Kost. Durch das viele Bildmaterial und die zahlreichen Interviews ist es kurzweilig und unterhaltsam.

 

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Kein Strich zuviel von Chipp Kidd und Geoff Spear erschien in Deutschland beim Baumhaus-Verlag (Bastei Lübbe).

 

Dog People

Wenn Hunde Menschen wären

Wer Aram und Abra schon lange liest, erinnert sich vielleicht an das Projekt Vermenschlichung. Da habe ich Hunde ihrer Eigenschaften nach als Menschen gezeichnet. Die Designstudentin Sandra Müller mit dem Schwerpunkt Fotografie hatte den gleichen Gedanken – und daraus ist ein sehr amüsanter Fotoband enstanden.

 

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176 Seiten sind gefüllt mit den Portraits und Beschreibungen der Hunde. Beides lässt erkennen, wie sehr sich die Fotografin mit ihren Models beschäftigt hat. Sie haben ihre Eigenarten, Wünsche und Träume, die sich in den Bildern widerspiegeln.

 

Nein, dieses Buch soll keine Modenschau für Hunde und Hundebesitzer sein. Dieses Buch ist einfach ein Gedankenexperiment: Was für ein Mensch wäre mein Hund?

Sandra Müller über Dog People (2015)

Die Texte sind in drei Sprachen verfasst: Deutsch, Englisch und Französisch.

 

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Auf der Seite von Sandra Müller könnt ihr weitere tolle Werke bestaunen oder sie als Fotografin buchen. Dog People wurde vom Verlag teNeues veröffentlich.

 

Ein Hund namens Jimmy

Das wohl coolste Social Media-Phänomen des letzten Jahres

Eine Scheidung, ein Bullterrier, eine leere Wohnung und ein Filzstift – das war der Anfang der Fotoserie über Jimmy Choo. Nein, nicht dieser Schuh-Typ. Jimmy Choo, der Hund!

 

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Alles, was dem Brasilianer Rafael Mantesso von der gescheiterten Ehe blieb, war die von seiner Ex-Frau leergeräumte Wohnung und sein Hund. Die leeren Wände und der, von menschlichen Dramen völlig unberührte, Jimmy inspirierten ihn zu seinen Zeichnungen.

 

Meine Ex-Frau war am Tag zuvor gegangen. “Nimm, was immer du willst.”, hatte ich zu ihr gesagt. “Jimmy Choo bleibt.” 

aus “Ein Hund namens Jimmy” (2015), Rafael Mantesso

 

Um den Hund herum gestaltet er mit wenigen Linien ganze Abenteuer. Jimmy als Superheld. Jimmy als geflügeltes Einhorn. Jimmy als Taucher am Meeresgrund. Das ganze Buch ist voller Kreativität, genialer Einfälle und einer ganzen Menge Humor.

 

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Instagram ist die Plattform, auf der die ersten Fotos vom “Abenteuer-Jimmy” veröffentlicht wurden. Das Profil von Rafael Montesso ist immer einen Blick wert. Wenn ihr lieber etwas zum Anfassen im Regal stehen haben wollt: Ein Hund namens Jimmy erschien in Deutschland beim Knesebeck Verlag.

 

bildbände über hunde

 

Und, welcher der fünf Bildbände reizt euch am meisten?

Und überhaupt: was sind eure Lieblingsbücher zum Thema Hund?

 

Auf die Idee zu diesem Blogartikel brachte mich übrigens Stephi vom Hundeblog The Pell-Mell-Pack. Vor einigen Tagen teilte sie auf Facebook ein Foto von Maddie. Das Gespräch kam auf das Buch “Maddie on Things” und mir fiel auf, welche außergewöhnlichen Werke ich noch im Regal stehen habe. Die musste ich euch zeigen. Danke Stephi für diesen Anstoß!

 

Interessierst du dich für Kunst und Illustration? Koch dir einen Kaffee und stöber durch mein Portfolio.

 

2 thoughts on “Magst du den Hund? Ich auch nicht.”

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