Hundefotos: Interview mit Tierfotografin Nadine Golomb + Profitipps

Hundefotos: Interview mit der Tierfotografin Nadine Golomb + Tipps für bessere Fotos von eurem Hund


Hundefotografie als Beruf, wie man den perfekten Fotografen für seinen Hund findet und wie die eigenen Hundefotos beim Spaziergang besser gelingen - darüber spricht Nadine Golomb von Nadisign in diesem Blogbeitrag.

Wir lernten uns letztes Jahr auf der Hundemesse Bello in Recklinghausen kennen. Sie war mit ihrem Dackel Cap ebenfalls als Ausstellerin dort und wie das so ist, wenn man dieselben Interessen teilt, kamen wir ins Quatschen. 

Ich selbst bin keine begnadete Fotografin. Während der Ausbildung hatte ich zwar Fotografie als Schulfach, aber trotzdem kann ich mit Farben und Pinsel besser umgehen, als mit der Kamera. Nadine hingegen ist eine Fachfrau für Tierfotografie und deshalb freue ich mich ganz besonders, dass sie im Interview erzählt, weshalb ihr diese Arbeit so sehr am Herzen liegt und was ihr besonders wichtig ist.

Die Fotografietipps findet ihr am Ende.



Interview mit der Tierfotografin Nadine Golomb von Nadisign

Stelle dich und deine Arbeit vor. Wer bist du und was machst du?

Nadine Golomb, Jahrgang 1977, geboren und aufgewachsen zwischen Ruhrgebiet und Münsterland – und der Ecke auch bis auf ein paar kleine Ausreißer nach Niedersachsen treu geblieben. Tierlieb und kreativ bin ich wohl auf die Welt gekommen und wusste lange nicht, was sich damit machen anstellen lässt. Nach einer erfolgreichen Ausbildung zur Mediendesignerin habe ich die Arbeit mit den Tieren vermisst und hatte nur in meiner Freizeit mit Pferden und Hunden zu tun. Hobbymäßig habe ich gezeichnet und fotografiert. Und die Fotografie sollte sich dann immer weiter entwickeln. Mit daran „Schuld“ war sicherlich das tolle Feedback, dass ich selbst damals schon für meine Arbeiten bekam. Da ich selbst sehr hohe Qualitätsansprüche an meine Fotografie stelle habe ich auch von den besten lernen wollen. Für mich war und ist das im Bereich der Pferdefotografie Gabriele Boiselle. Von ihr lernte ich neben der Technik auch unglaublich viel über die Einstellung zum Fotografieren verschiedener Pferde.

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Tierfotografin Nadine Golomb bei der Arbeit


 

Später übertrug ich das auf die Hunde – denn neben den Pferden haben seit jeher auch Hunde tiefe Spuren in meinem Herzen hinterlassen. Ich fühle mich in die Tiere ein, die vor meiner Kamera sind. Massenabfertigung lehne ich ab, weil es nicht meinem Qualitätsanspruch gerecht wird. Seit September 2015 begleitet mich ein Teil meines Herzens auf Pfoten – mein Rauhaardackel Cap, der mir selbst nochmal gezeigt hat, wie sehr man sich ohne Vorwarnung in einen Vierbeiner verlieben kann.

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Nadine und ihr Rauhaardackel Cap



Wie findet man einen guten Fotografen für seinen Hund und woran erkennt man ihn?

Schaut auf jeden Fall nach einem Fotografen, der sich auf Haustiere spezialisiert hat. Was nutzt euch der tollste Hochzeits-, Portrait- oder Landschaftsfotograf, wenn er die Seele eures Hundes nicht sieht? Und dann: Schaut euch seine Bilder an! Gefallen sie euch? Gehen sie euch direkt ins Herz, auch wenn ein euch (wahrscheinlich) unbekannter Hund abgebildet ist? Wie präsentiert sich der Fotograf auf den ersten Blick? Nicht jeder kann sich online gut präsentieren, weil manchem einfach die Worte  fehlen, sich selbst schriftlich zu beschreiben. Telefoniert im Zweifel mit ihm. Und ihr erkennt schnell, ob sein Herz wirklich für Tiere schlägt oder ob ihm das Finanzielle wichtiger ist. Apropos finanziell: Der beste Fotograf ist nicht der mit dem besten Angebot. Fotografen untereinander sind nicht über Preise vergleichbar wie ein Auto oder ein Kühlschrank. Natürlich muss es finanziell in euer Budget passen. Aber schaut lieber ein zweites Mal hin, was der Fotograf euch an individuellen Angeboten machen kann. Viele Fotografen sind darüber hinaus auch mobil und fahren auch zu euch – oder laden euch ein, zu ihm zu kommen (das ist mit Hund ja meist relativ unkompliziert). Schaut da also ruhig über den regionalen Tellerrand hinaus!

 

Wieso lohnt sich in Zeiten von Smartphones und günstigen Kameras der Weg zum Fotografen?

Ganz ehrlich: Um spontan diesen bestimmten Moment auf diesem Spaziergang festzuhalten, greife auch ich mal zum Smartphone. Aber die Bilder, die auch beim zweiten, dritten,... hundertsten Blick ansprechend sein sollen, die bekomme ich mit dem Smartphone nicht hin. Ein Bild eures Hundes an eurer Wohnzimmerwand – technisch top, von der Lichtstimmung her passend, auf den Punkt scharf und mit weichem Hintergrund? Kaum möglich mit dem Smartphone – vor allem, wenn es dann noch um Action-Bilder geht! Und außerdem: Meist bieten einem Außenstehende viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten, weil sie sich gegenseitig anleiten können. Bei meinen Fotoshootings ist er Hundehalter ein wichtiger Teil für gelungene Bilder, weil er sich ganz auf seinen Hund konzentrieren kann, ohne noch den perfekten Moment zum „Auslöser-drücken“ abpassen muss. Denn dafür bin ich ja dann da. Also: Momente gerne mal per Smartphone einfangen – aber jeder, der seinen Hund liebt, sollte sich einmal ein „richtiges“ Fotoshooting gönnen. Die Unterschiede sind enorm! Übrigens habe ich ganz viele Stammkunden, die immer wiederkommen und noch ein Fotoshooting buchen – weil doch jedes Shooting etwas anders ist und andere Ergebnisse bringt.

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Nadine ist mit der Kamera auch für den Tierschutz aktiv.


Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß?

Grob gesagt: Der Umgang mit den Tieren und Menschen, die sie lieben. Doch im Speziellen auch die Herausforderung, dass jedes Tier-Mensch-Team anders ist, jedes Licht, jede Shooting-Location ... Und ich jedes Mal mit individuellen Bildern nach Hause komme. Ich freue mich selbst immer wieder über die entstandenen Bilder. Und besonders schön ist es natürlich, ein tolles Feedback von begeisterten Menschen zu bekommen!


Zeig uns dein liebstes Foto – warum magst du es so gern?

Nur eines – das ist wirklich gemein :D
Das fällt mir nicht leicht, weil es so viele Fotos gibt, die ich persönlich sehr gern habe. Und auch so viele Tiere, die mir für immer in Erinnerung bleiben. Ausgesucht habe ich jetzt aber den Barney, ein Golden Retriever, der eine echte Wasserratte ist und diesen Teil des Fotoshootings bestimmt am Schönsten fand!
 

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Lieblingsfoto: Golden Retriever Barney im Wasser

 

Hast du Tipps, damit der Handyschnappschuss vom Hund beim Gassi besser gelingt?

Ein paar Dinge gibt es da auf jeden Fall, damit Handyschnappschüsse besser gelingen. Eine große Rolle spielt beim Fotografieren immer das Licht. Wenn ihr euren Hund fotografiert, dann achtet darauf, dass ihr die Sonne im Rücken habt. Besonders bei viel Sonne ist das sehr wichtig, denn sonst ist das Gesicht eures Hundes vielleicht total dunkel. Wenn die Sonne tief steht, dann könnt ihr euch mal daran wagen, gegen die Sonne zu fotografieren, um eine schöne Silhouette und einen tollen Sonnenaufgang oder -untergang im Hintergrund zu bekommen.
Ein anderer wichtiger Punkt ist die Perspektive. Ich fotografiere Tiere normalerweise auf Augenhöhe. Daher bin ich es fast schon gewohnt, beim Fotoshooting im Dreck zu liegen ;) Ich kann aber gut verstehen, wenn ihr das auf eurer Gassi-Runde nicht unbedingt machen mögt. Da könnt ihr euch eines einfachen Tricks bedienen – wenn euer Hund das mitmacht. Und zwar könnt ihr ihn einfach erhöht positionieren, indem ihr ihn auf einen Baumstamm oder eine kleine Mauer setzt. Manchmal reicht auch schon ein kleiner Hügel. So müsst ihr nur noch in die Hocke gehen und seid auf Augenhöhe mit eurem Vierbeiner – probiert es mal aus! Und wenn euer Hund dann auf dem Foto nach einen wachen, aufmerksamen Blick hat, dann seid ihr schon ganz weit vorne! Und den aufmerksamen Blick bekommt ihr – je nachdem, wie euer Hund reagiert – mit einem Leckerchen oder einem Spielzeug hin. Manchmal reicht auch ein ungewöhnliches Geräusch.



Was findest du sonst noch wichtig?

Ich kann jedem Hundehalter nur empfehlen die Zeit mit dem Vierbeiner voll auszukosten und zu genießen. Denn ich finde, dass die Zeit selbst unter den günstigsten Umständen viel zu kurz ist. Ich lasse meinen Hund an meinem Leben teilhaben und sorge dafür, dass es ihm gut geht, dass er neue Sachen entdeckt. Und egal, ob ihr nun selbst Bilder mit dem Handy macht oder euch ein professionelles Fotoshooting gönnt: Sammelt die Erinnerungen an euren Hund.
Im Handy, durch ein Fotoshooting – aber vor allem in euren Herzen.

Hundefotos: Interview mit der Tierfotografin Nadine Golomb + Tipps für bessere Fotos von eurem Hund
Fotos, egal ob vom Profi oder mit dem Handy, sind schöne Erinnerungen.




Wenn euch das Interview gefallen hat und ihr euch immer schon nach einem Fotografen mit dem Schwerpunkt Tierfotografie umschauen wolltet, besucht Nadines Homepage. Sie bietet nicht nur deutschlandweit Fotoshootings an, sondern auch Coachings im Bereich Grafikdesign.


 

Ganz leicht bessere Hundefotos

Checkliste für Fotos von eurem Hund beim Spaziergang

  • Sonne im Rücken
  • auf Augenhöhe mit dem Hund
  • wacher Blick


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Auch wichtig: Hund und Farbe

Welche Farbe passt zu meinem Hund?
Ihr habt Nadines Tipps im Hinterkopf und wollt nun beim Gassi mit neuer Motivation fotografieren. Ihr geht auf Augenhöhe mit eurem Hund, achtet auf den Lichteinfall und trotzdem seid ihr nicht so richtig zufrieden? Achtet auf den Hintergrund. Ein schwarzer Hund vor dunkler Brombeerhecke geht wegen der dunklen Farbe in seiner Umgebung unter. Gut zur Geltung kommt er vor einer hellen Mauer oder auf einer hellen Wiese. Auch bunt blühende Pflanzen können tolle "Requisiten" bei einer eigenen kleinen Fotosession sein. Manche Farben beißen sich jedoch mit der Fellfarbe des Hundes, während andere wunderschön harmonisch wirken. In diesem Artikel habe ich für euch alles Wichtige über Hunde und Farben zusammengefasst und für die einzelnen Fellfarben Farbtafeln erstellt. Die zeigen exemplarisch, welche Farbtöne zu welchem Fell am besten passen.


Meine eigenen Erfahrungen


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Hund im Bett, mehr schlafend als wach. Aber auf Augenhöhe!



Ich selbst knipse in lustigen Situationen gerne schnell mit dem Handy, um den Moment einzufangen. Diese Bilder landen nur selten auf dem Blog, da sie - ehrlicherweise - qualitativ totaler Käse sind. Im Eifer des Gefechts denke ich oftmals nicht an die oben genannten Grundregeln, sondern fotografiere schnell drauf los, bevor der Zeitpunkt verflogen ist. Für meine Zeichnungen und Illustrationen habe ich eine kleine DSLR-Kamera. Die 1100D von Canon. Für den Hausgebrauch reicht die aus. Die Bilder und auch stillsitzende Hunde bei guten Lichtverhältnissen  lassen sich recht problemlos fotografieren. Sobald aber Bewegung ins Spiel kommt oder das Licht nicht optimal ist, werden die Fotos schon nicht mehr so schön.


Hundefotos: Interview mit der Tierfotografin Nadine Golomb + Tipps für bessere Fotos von eurem Hund
Vor der Kamera posieren? Check!



Abra macht es mir leicht und posiert gern vor der Kamera. Training macht ihr immer Spaß und ob sie das "Sitz" nun auf dem Hundeplatz, oder beim Spaziergang ausführt, ist ihr schnuppe. Es gibt Lob, Leckerchen oder den geliebten Ball als Belohnung - der "Ihgitt, Frauchen hat schon wieder die Kamera in der Hand-Flunsch" ist daher selten.


Wie macht ihr das unterwegs?
Fotografiert ihr einfach drauf los, oder macht ihr euch vorher Gedanken?
Und wie sind eure Erfahrungen mit professionellen Fotografen?
Habt ihr weitere Tipps?

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Kommentare

  1. Mit Lady ist es generell nicht einfach Fotos zu machen, sobald sie die Kamera oder das Handy sieht dreht sie sich bewusst weg. Ist natürlich umso schwieriger gute Fotos hinzubekommen. Also fotografiere ich oft drauf los und am Ende des Tages schaue ich mir alles durch ob was passendes dabei ist. Sehr selten gelingt mir ein gewolltes Foto. LG Claudia&Lady

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    1. Hey Claudia,

      belohne deine Lady doch mal dafür, dass sie vor der Kamera, bzw. vor dem Handy still gesessen hat. Irgendwann wird sie merken, dass es sich lohnt. Und - zwei Fliegen mit einer Klappe - sie wird zu dir schauen, da sie ja das Leckerchen nicht verpassen will.
      Versuch es mal! :)

      Liebe Grüße und viel Spaß beim Fotografieren,
      Mara

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